Strategie und Ziele
Unsere Strategie: Partner für die neue Energiewelt
Die 2014 beschlossene E.ON-Strategie richtet das Unternehmen konsequent auf die neue Energiewelt mit selbstständigen und aktiven Kunden, erneuerbarer und dezentraler Energieerzeugung, Energieeffizienz, lokalen Energiesystemen und digitalen Lösungen aus. E.ON ergreift damit die Initiative und nutzt zum Vorteil von Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Aktionären und Gesellschaft die großen Chancen, die sich aus der Entstehung neuer Energiewelten ergeben.
Die Strategie von E.ON basiert auf drei fundamentalen Marktentwicklungen und Wachstumsbereichen: dem globalen Trend zur Nutzung Erneuerbarer Energien (insbesondere Wind- und Solarenergie), dem Einsatz der Energienetze für eine dezentrale Energiewelt und den sich verändernden Kundenbedürfnissen. Sie ist darauf ausgerichtet, durch hervorragende unternehmerische Leistung in allen Bereichen einen Mehrwert zu schaffen, unter anderem mithilfe von kontinuierlichen Innovationen, einer klaren Nachhaltigkeitsorientierung und einer starken Marke.
Ziele und Geschäftsfelder
Die neue E.ON in Essen konzentriert sich mit rund 43.000 Mitarbeitern auf Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien. Mit der klaren Fokussierung auf drei starke Säulen will E.ON bevorzugter Partner für Energie- und Kundenlösungen werden:
Energienetze: Energienetze verbinden unsere Kunden miteinander. Sie sind darüber hinaus Drehscheibe der digitalen Vernetzung, zum Beispiel für die Direktvermarktung dezentral erzeugter Energie. Rund ein Drittel aller durch das Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) geförderten dezentralen Anlagen in Deutschland ist bereits heute an E.ON Netze angeschlossen. Die regionalen Energienetze sind es also, die den Umbau des Energiesystems überhaupt erst möglich machen. E.ON ist schon heute führend bei der Effizienz ihrer Netze und wird hier auch in Zukunft Maßstäbe setzen.
Kundenlösungen: E.ON wird hochwertige Angebote in der physischen und digitalen neuen Energiewelt für kommunale, öffentliche, industrielle, gewerbliche und private Kunden in attraktiven regionalen Märkten ausbauen. E.ON strebt danach, zum bevorzugten Partner der Kunden zu werden. Grundlagen hierfür sind: ein zu jeder Zeit überzeugendes Kundenerlebnis, eine starke Digitalorientierung und eine hohe Servicequalität. Darüber hinaus ist es unser Anspruch, das Produkt- und Dienstleistungsangebot zur Befriedigung der Kundennachfrage nach Energieeffizienz, dezentraler Erzeugung und Speicherung sowie nachhaltigen Mobilitätslösungen kontinuierlich zu verbessern oder neu zu definieren.
Erneuerbare Energien: ein sich international entwickelndes Geschäft mit Erneuerbaren Energien in attraktiven Zielregionen (Europa und Nordamerika) und kundenrelevanten Technologien (Onshore-/Offshore-Wind, Fotovoltaik-Anlagen) für Netzgesellschaften, Energieunternehmen, Großkunden und Großhandelsmärkte sowie staatliche Förderregime. Mit führenden Kompetenzen in der Entwicklung und Umsetzung von Projekten sowie im effizienten Betrieb der Anlagen verfügt E.ON hier schon heute über einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil.
Zwar basiert jede funktionale Säule auf einer unabhängigen und tragfähigen Geschäftslogik, aber zusätzlich bietet die Verbindung der drei Geschäftsbereiche im Unternehmen deutliche Vorteile. So kann E.ON ein übergreifendes Verständnis der Transformation der Energiesysteme und der Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Teilmärkten in regionalen und lokalen Energieversorgungssystemen entwickeln und nutzen. Die Aufstellung unter einem Dach ermöglicht gemeinsame kundenorientierte Angebote und Lösungspakete für die neue Energiewelt, wie zum Beispiel nachhaltige Lösungen für ganze Städte, ein gemeinsames Stakeholdermanagement und eine effektivere Markenpositionierung.
Neben den drei Kerngeschäftsfeldern umfasst das E.ON-Portfolio die Aktivitäten im Bereich der deutschen Kernenergie. Diese stellt allerdings kein strategisches Geschäftsfeld von E.ON dar, sondern wird von der gesonderten operativen Einheit PreussenElektra mit Sitz in Hannover gesteuert. Im Zuge des deutschen Kernenergieausstiegs wird E.ON den sicheren und kosteneffizienten Nachbetrieb sowie Rückbau der Anlagen sicherstellen. Auch eine Lösung zur Finanzierung der Kosten für die Zwischen- und Endlagerung der Kernenergieabfälle ist absehbar. Im Dezember 2016 haben der Deutsche Bundestag und Bundesrat das Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung beschlossen. Das Gesetz kann erst nach Abschluss der beihilferechtlichen Prüfung durch die EU-Kommission in Kraft treten. E.ON ist verpflichtet, einen erheblichen Finanzierungsbeitrag im Umfang von rund 10 Milliarden Euro zu leisten. Im Gegenzug geht die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung von Kernenergieabfällen auf den Staat über. E.ON setzt sich weiter dafür ein, dass die gesetzliche Regelung durch eine vertragliche Vereinbarung ergänzt wird, um dauerhafte Rechtssicherheit zu erhalten.
Ressourcen und Fähigkeiten
Durch die fokussierte Aufstellung und die konsequente Ausrichtung auf drei Kerngeschäftsfelder kann E.ON die wichtigsten bestehenden Stärken und Vorteile bewahren und weiterentwickeln. Beispiele hierfür sind die Erfolgsbilanz bei Entwicklung und Bau eines internationalen Anlagenportfolios von Erneuerbaren Energien mit einer Leistung von 4,6 Gigawatt (ergänzt durch eine attraktive Entwicklungspipeline), hervorragende Leistungen beim Management von Energienetzen mit einer Gesamtlänge von circa 1 Million Kilometern sowie der direkte Zugang zu 30 Millionen Kunden auf wichtigen europäischen Märkten und in der Türkei.
Neben den vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten wird E.ON die erforderliche Expertise für die wichtigsten Erfolgsfaktoren weiterentwickeln. Dies betrifft insbesondere eine starke Kundenorientierung, die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle und Produkte im Downstream-Bereich sowie die digitale Transformation. Darüber hinaus sind Partnerschaften, zum Beispiel mit Anbietern von neuen Technologien oder Geschäftsmodellen, weitere Pfeiler für eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Strategie.
Ressourcen und Fähigkeiten
Bedeutung für Mitarbeiter und Stakeholder
E.ON bietet attraktive Möglichkeiten für heutige und künftige Mitarbeiter, weil sie Positionen und Karrierechancen in den Wachstumsmärkten der neuen Energiewelt schafft und eine klare Zielsetzung bietet. Anlegern bietet E.ON eine angemessene Balance aus Dividenden und guten Wachstumschancen, eine hohe Vorhersehbarkeit der Erträge und eine solide finanzielle Ausstattung.
Transformation
Transformation
Das Jahr 2016 war für E.ON das zentrale Jahr des Um- und Aufbruchs. Es ist das erklärte Ziel von E.ON, eine führende Rolle in der neuen Energiewelt einzunehmen. Daher liegt während der kommenden Jahre ein zentraler strategischer Fokus von E.ON darauf, die richtigen Voraussetzungen für zukünftigen Unternehmenserfolg und Wachstum in einem anspruchsvollen Marktumfeld zu schaffen.
Uniper Abspaltung
Seit dem 1. Januar 2016 treten die neue E.ON und die neue Gesellschaft Uniper operativ als eigenständige Unternehmen auf. Uniper konzentriert sich mit rund 13.000 Mitarbeitern und Sitz in Düsseldorf auf die ehemaligen E.ON-Geschäftsfelder konventionelle Stromerzeugung und globaler Energiehandel. Am 8. Juni 2016 haben die Aktionäre der E.ON SE auf der ordentlichen Hauptversammlung der Abspaltung einer Mehrheitsbeteiligung an Uniper in Höhe von 53,35 Prozent zugestimmt. Am 12. September 2016 wurde Uniper erfolgreich an die Börse gebracht. E.ON hält aktuell weiterhin 46,65 Prozent an Uniper. Mittelfristig plant E.ON, sich vollständig aus dem Aktionärskreis von Uniper zurückzuziehen. Ferner wurde mit Wirksamkeit zum 31. Dezember 2016 eine Entherrschungsvereinbarung geschlossen und Uniper zu diesem Zeitpunkt entkonsolidiert.
Konzerninitiativen
- Neben dem anspruchsvollen Prozess der Abspaltung von Uniper hat E.ON im letzten Jahr drei wesentliche Konzerninitiativen ins Leben gerufen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Kundennähe von E.ON zu stärken. Damit nimmt E.ON eine wichtige Weichenstellung für den nachhaltigen Unternehmenserfolg in den kommenden Jahren vor. Alle Initiativen sind auf zeitnahe Ergebnisse und schnelle Umsetzung ausgelegt.
- Mit dem neuen Markenversprechen „Let’s Create a Better Tomorrow“ setzt E.ON einen klaren Fokus auf die neue Energiewelt, mit dem Kunden im Zentrum. Unsere neue Markenpositionierung betont die emotionale Anziehungskraft von E.ON. Sie stellt in den Mittelpunkt, was für unsere Kunden wichtig ist: brillante Erlebnisse, Erwartungen übertreffen und intelligente, nachhaltige Lösungen. Diese Fokussierung und unser lebendiges neues Marken-Design ermöglichen eine erfolgreiche Differenzierung in allen unseren Märkten. In Italien haben wir die neue Markenpositionierung bereits Ende letzten Jahres erfolgreich eingeführt, weitere Länder werden sukzessive folgen.
- Erfolgreiche Digitalisierung zählt zu den integralen Bestandteilen der E.ON-Strategie. Entsprechend hat E.ON im letzten Jahr das Thema mit der Schaffung eines Chief Digital Officers im Unternehmen verankert. Unter dessen Führung untersucht eine gruppenweite Initiative zur digitalen Transformation innerhalb von E.ON die Ansätze und Hebel, die grundlegend das Kundenerlebnis verbessern, Prozesse vereinfachen und Automatisierung vorantreiben oder über disruptive beziehungsweise neue Geschäftsmodelle Zugang zu neuen Wachstumsquellen ermöglichen. Die erfolgversprechendsten Ansätze wurden bereits identifiziert und priorisiert. Der Schwerpunkt der kommenden Monate wird auf der Validierung und schnellen Implementierung liegen.
Unter dem Projektnamen „Phoenix“ überprüft und optimiert E.ON seine zentralen Strukturen und Kosten im gesamten Konzern infolge der Abspaltung von Uniper. Ziel ist eine kundennähere und schlankere Aufstellung der Zentralfunktionen, um sich bei steigendem Wettbewerbsdruck weiter erfolgreich zu positionieren. Daher ist durch Phoenix eine nachhaltige Kostensenkung von 400 Millionen Euro vorgesehen.